Mittwoch, 28. Dezember 2011

5 Tipps gegen Selbstmitleid

Tunnelblick: Überall um uns herum verliebte Pärchen, Händchenhalten hier, wilde Knutschereien dort. Muss das denn sein – und dann auch noch auf offener Straße?

Denn mit diesen Beobachtungen ist sie wieder da, diese Sehnsucht, so etwas auch endlich wieder erleben zu wollen. Einsamkeit und Selbstmitleid machen sich breit. Schluss damit: Fünf Strategien gegen Selbstmitleid!

1. Annehmen

Statt sich gegen dieses Gefühl zu wehren, sollten Sie es annehmen und als Aufforderung sehen. Sie brauchen jetzt etwas, weil es Ihnen nicht gut geht. Also kümmern Sie sich um sich selbst. Sie werden sehen, dass Ihnen allein diese Einsicht schon viel Kraft und Energie geben wird. Wer sich seinem Selbstmitleid stellt, hat gute Chancen, etwas daraus zu lernen.

2. Selbstfürsorge

Was brauchen Sie heute: Ein Abend mit Freunden, ein schönes Essen oder vielleicht eine Runde Sport? Finden Sie Ihre Bedürfnisse heraus und gehen Sie ihnen nach. Analysieren Sie, was Ihnen Kraft gibt und wobei Sie sich wohl fühlen. Wenn die abendliche Jogging-Runde zur Qual wird, dann gehen Sie eben lieber mit Freunden essen. Spaß statt Zwang! Sie haben es sich verdient!

3. Solotrip

Wer in Selbstmitleid zu versinken droht, der braucht häufig Zeit für sich. Igeln Sie sich also ruhig auch mal für einen Abend oder ein Wochenende ein. Nutzen Sie aber die Zeit, um wirklich zur Ruhe zu kommen, statt in negative Grübeleien zu verfallen. Gönnen Sie sich ein paar Stunden auf der Couch mit Ihrem Lieblingsbuch oder einem ausgiebigen Wellnessprogramm.

4. Neues schaffen

Fällt Ihnen die Decke auf den Kopf? Dann entrümpeln Sie doch mal wieder Ihre Wohnung. Oder starten Sie eine Renovierungs-Aktion. Das schafft Klarheit und neue Perspektiven. Sogar einen Umzug sollten Sie erwägen, denn auch ein Ortswechsel kann bei Selbstmitleid Wunder wirken. Damit meinen wir nicht blinden Aktionismus – aber es ist schon was dran an dem Sprichwort: Auf zu neuen Ufern!

5. Bilanz ziehen

Fragen Sie sich ganz ehrlich, was Sie von Ihrem Leben wollen. Finden Sie heraus, was Sie privat und beruflich brauchen, um zufriedener zu sein. Denn oft sind wir mit unserem Leben insgesamt unzufrieden, wenn wir immer wieder in Selbstmitleid versinken. Setzen Sie sich realistische und erreichbare Ziele und freuen Sie sich, wenn Sie eins erreicht haben.

Schön, erfolgreich, einsam

Alles vorhanden. Und trotzdem allein? Das Phänomen ist keine Seltenheit.

Was kann der Grund für die Einsamkeit unserer Gesellschaft sein? In meine Beratung kommen nicht selten schöne, erfolgreiche, aber einsame Singles mit den Worten: Warum hält keines meiner Verhältnisse länger als drei Monate? Was mache ich falsch? Bin ich beziehungsgestört? Ich fühle mich einsam und allein!
Ich möchte die Dinge nicht verallgemeinern, aber eines liegt ganz klar auf der Hand: Leider hat die Emanzipation der Frau nicht nur Positives beschert. Die Rollenverteilung ist nicht mehr deutlich definiert. Eine moderne Frau ist heute unabhängig – beruflich, finanziell – manchmal auch emotional und sexuell sowieso. Anfangs ist das für einen Mann sehr spannend, dann schlägt irgendwann der normale Alltag zu und ein Mann fühlt sich nicht mehr als der Held oder Retter. Und sind wir doch mal ehrlich: Das möchte ein Mann doch sein. Soll er auch, so war es mal gedacht. Heute gestaltet sich das moderne Leben in der Tat anders. Frau kann alles alleine.

Beim kleinsten Anlass wird sich getrennt, jeder Partner hat seine eigene schöne Wohnung, sein eigenes Einkommen, seinen eigenen Freundeskreis und eine Trennung ist flott vollzogen. Alles ist möglich, alles ist erlaubt. Leider schleicht sich dann zur Folge die EINSAMKEIT ein. Vielleicht war es doch schöner und einfacher, mehr Respekt vor dem Partner zu haben und zusammen halten zu müssen. Waren unsere Großeltern wirklich alle unglücklich, weil sie weniger Möglichkeiten hatten, abhängiger von einander waren, und sich nicht ruck zuck trennten?

Um einen neuen Partner kennen zu lernen, muss man in der heutigen Zeit noch nicht einmal vor die Tür gehen. Nein, ganz bequem vom Schreibtisch aus kann man bei den verschiedensten Singleportalen seine Wünsche für den Traumpartner eingeben. Die mögliche Enttäuschung kommt erst später, wenn der Traum nach dem X. Treffen doch nicht erfüllt wurde.

Ich beobachte eine neue Entwicklung: Die jüngsten meiner Klienten steuern eine andere Verhaltensweise an. Sie möchten wieder ein festes Verhältnis, es wird sich wieder verlobt, geheiratet und auch Kinder sind wieder erwünscht. Das lässt doch hoffen, weniger schöne, einsame, erfolgreiche Singles zu beobachten.

Montag, 12. Dezember 2011

Lass los, was dir nicht gut tut!

Gefühle spielen eine immens große Rolle im menschlichen Leben – sie bestimmen letztlich, wo es langgeht. Das Bild vom treibenden Eisberg im Ozean verdeutlicht das: Die Spitze des Eisberges, unser Verstand, kann zwar beschließen, jetzt zu dieser schönen Insel da drüben zu schwimmen – doch der größere Teil des Eisbergs (Gefühlsbereich) befindet sich unter Wasser und wird von den momentanen Strömungen bestimmt – und die führen möglicherweise in eine ganz andere Richtung.
Wenn ich z. B. mehr Wohlstand ansteuere, aber unbewusst zum „schmutzigen“ Geld noch zwiespältige Gefühle habe, dann wird diese Strömung mich eben nicht im Hafen der Insel des Wohlstandes vor Anker gehen lassen.
Und hier wird vielleicht schon klar, dass solche zwiespältigen Gefühle, wie die zu „schmutzigem“ Geld, gar keine wirklichen Gefühle sind, sondern „gemustert“: Sie sind nicht realitätsangemessen und daher (in meinem Sprachgebrauch) „Emotionen“.

Gefühle und Muster bestimmen, wo es hingeht

Was ich also im Beispiel oben mit „Strömungen“ meine, sind alte Muster, Glaubenssätze und Programme, die wir seit unserer frühesten Kindheit mit uns herumschleppen. Sie sind oft unbewusst – entziehen sich also auch dem Verstand und der Vernunft – und zeigen sich nur an den sich wiederholenden unguten Situationen oder bei bestimmten reflexartig ablaufenden Reaktionen, die mir selbst oder meinem Gegenüber Schaden oder Leid zufügen.
Wenn ich dann in so einer Situation daran festhalte, das haben zu wollen, was gerade nicht geht (z. B. wegen der störenden Muster und Glaubenssätze), komme ich noch mehr in Schwierigkeiten. Vielleicht strenge ich mich noch weiter vergeblich an, um mich dann doch wieder als Versager zu fühlen – oder als armes Opfer des Schicksals, was mich dann noch weiter vom Ziel abtreiben lässt. Sinnvoller wäre es, erst mal die Strömungen (sprich Muster) zu untersuchen, die mich von meinem Ziel fernhalten.
  • Vielleicht fällt Ihnen jetzt schon etwas ein, was in Ihrem Leben immer ähnlich schiefläuft? Geraten Sie z. B. immer wieder an schwierige Chefs oder an Partner, von denen Sie sich ständig kritisiert, nicht wertgeschätzt oder vernachlässigt fühlen? Oder schütten Sie im Straßenverkehr unangemessen viel Adrenalin aus? Oder geraten Sie jeden Morgen unter Druck, weil Ihr Kind schon wieder nicht in die Puschen kommt?
Wenn Ihnen ähnliche Situationen aus Ihrem Leben eingefallen sind, dann sind Sie einigen Ihrer Muster schon auf der Spur. Sicher können Sie auch wahrnehmen, dass Sie in solchen Momenten reflexartig reagieren und Ihnen gar kein anderes Verhalten oder Fühlen zur Verfügung steht. Ein bestimmter Auslöser – und Sie gehen an die Decke oder ziehen sich gekränkt zurück … Da kann man manchmal schon neben sich stehen und den Ablauf beobachten – aber willentlich stoppen lassen sich solche Emotionen nicht. Meistens schaukelt sich die Situation noch auf, weil dann auch das Gegenüber „gemustert“ reagiert. Beide beharren auf ihrem „Rechthaben“ und fühlen sich unverstanden.
Wenn der Sturm vorüber ist, fragt man sich, wie es wegen solch einer Kleinigkeit schon wieder zum Streit kommen konnte. Auf Dauer kosten solche durch alte Reaktionsmuster verursachten Zusammenstöße und Missverständnisse viel Energie und mindern Offenheit und Liebe.

Wie Muster entstehen und was sie bewirken

Emotionale Muster entstehen sehr früh in der Kindheit, manchmal schon im Mutterbauch. Wenn die Mutter aufgrund ihrer Lebenssituation erschrocken und womöglich panisch reagiert, sobald sie die Schwangerschaft bemerkt, dann überträgt sich das auf den Embryo, der in Gefühlseinheit mit ihr ist. Das Kind erlebt also beim allerersten „Gesehenwerden“ eine Ablehnung, ein Nicht-willkommen-Sein. Falls die Mutter auch an Abtreibung denkt, dann ist das Leben des Kindes bedroht. Es fühlt sich unwert, am falschen Platz, ungeliebt und als Last. Es sollte gar nicht existieren. Es macht sich ganz klein und verhält sich still, um nur nicht aufzufallen.
  • Können Sie sich vorstellen, wie sich dieses erste Trauma im späteren Leben auswirken wird?
  • Ich sehe einen Menschen, der immer auf der Hut sein muss, der sich unsichtbar macht und versucht, niemanden zu stören. Jemand, der seinen eigenen Raum nicht in Besitz nehmen kann, weil er keine Existenzberechtigung fühlt. Und wahrscheinlich wird er/sie sich sehr anstrengen, um sich mit Leistung unentbehrlich zu machen – denn einfach willkommen zu sein und geliebt zu werden, nur weil man da ist, ist ja unvorstellbar.
Und richtig schlimm wird es, weil dieser Erwachsene immer wieder Situationen anzieht, in denen er sich nicht geliebt, fehl am Platz, abgelehnt und völlig unwichtig fühlen muss. Falls kein Wunder geschieht, gibt es erst dann eine Chance auf den sicheren Hafen einer gegenseitigen liebevollen Beziehung (oder eines erfüllenden Jobs), wenn diese uralten Emotionen geheilt und in die Lebensqualitäten zurückverwandelt worden sind, die in der Kindheit durch unglückliche Umstände verloren gingen.
Es scheint keinen Menschen zu geben, der völlig „ungemustert“ ist, aber es gibt sehr viele Variationen und Schweregrade. Ich wünsche Ihnen jedenfalls ein etwas leichteres Paket!
Aber selbst wenn Sie nur einen kleinen Muster-Rucksack tragen, möchten Sie doch sicher wissen, welche Möglichkeiten es gibt, die heutige Realität ohne die verzerrende Brille längst vergangener schmerzlicher Erfahrungen zu betrachten. Denn tatsächlich zeigen uns unsere Augen, was wir glauben, und nicht, was wir sehen! Ganz gleich, ob das nun rosig oder rabenschwarz erscheint: „Ob Sie glauben, dass Sie etwas können, oder nicht – Sie werden in jedem Fall Recht behalten!“ (Henry Ford).

Was können Sie tun?

Die neuere Gehirnforschung (z. B. Prof. Dr. G. Hüther) hat gezeigt, dass unser Gehirn ein Leben lang veränderbar ist. Und zwar, sobald wir Probleme erfolgreich lösen, an denen unsere Gefühle beteiligt sind. Wenn z. B. ein Kind irgendetwas einigermaßen Schwieriges, aber Lösbares bastelt und selbst herausfinden darf, wie das geht, dann gibt das ein ungeheures Erfolgserlebnis – so stark, dass es nicht mehr auf Lob von außen angewiesen ist. Es weiß selber, dass es das richtig gut hinbekommen hat. Und dann entsteht Lust auf „mehr“, was es selber erforschen und lernen kann. (Hier ein großes Lob an die Waldorfschulen!) So kann das Gehirn weiter wachsen und sich erneuern!
Man weiß, dass sich neue Synapsen auch dann bilden, wenn die Problemlösung in der Vorstellung – also beim Imaginieren – geschieht, weil das Gehirn zwischen realem und vorgestelltem Handeln nicht unterscheiden kann. Wesentlich dabei ist, dass das Ganze nicht nur im Denken, sondern in Verbindung mit (möglichst intensiven) Gefühlen geschieht. So kann man z. B. eine real erlebte traumatische Situation dauerhaft auflösen, wenn es gelingt, diese Erfahrung mit neuen, positiven Gefühlen zu verbinden. Jede Art von Imaginationstherapie könnte sich dafür eignen. Wenn die Veränderung von eingefleischten „Gewohnheiten“ vielleicht Monate des Daran-Arbeitens braucht, dann könnte eine entsprechende Imaginations-Übung zu einer sofortigen Erneuerung und Befreiung führen! Man fühlt sich danach wieder in seiner Mitte und der jeweiligen Situation selbstverständlich gewachsen. Wenn auftauchende Probleme nicht mehr lähmen, sondern Lust machen, sie zu lösen, dann wird das Leben wieder frisch, flexibel und spannend. Denn ohne die alten Programmierungen ist nicht mehr vorhersagbar, wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten werde – außer, dass es immer die bestmögliche Antwort auf diesen konkreten Moment sein wird.
  • Was können Sie also tun, wenn Sie bemerken, wie in einer bestimmten Situation ein unangemessenes emotionales Reaktionsmuster ausgelöst wird?
  • (Erkenntlich u. a. daran, dass Sie etwas ganz persönlich nehmen, also sich verletzt oder kritisiert fühlen, Sie sich sofort rechtfertigen müssen – und jedenfalls nur noch eine einzige, reflexartig ablaufende Reaktion zur Verfügung steht, egal ob in Richtung Flucht oder Angriff! Beispiel: Sie befinden sich in einer Teamsitzung und Ihr Chef sagt etwas zu Ihnen, was Sie als Kritik und Bloßstellung erleben. In diesem Moment bemerken Sie, dass „Sich-bloßgestellt-Fühlen“ ein Muster ist …)

Erste-Hilfe-Anleitung – so können Sie eine „gemusterte“ Reaktion mit Hilfe Ihrer Imagination schnell entmachten:

  • Spüren Sie genau hin, was für ein Gefühl da reflexartig bei Ihnen ausgelöst wird, und finden Sie einen Namen dafür. Wählen Sie den Ausdruck, der bei Ihnen die intensivste Gefühlsresonanz hervorruft, und spüren Sie dabei, wo im Körper Sie diese Reaktion fühlen können.
  • Treffen Sie die Wahl, sich JETZT von diesem Muster zu befreien! („Ich will definitiv nicht, dass dieses Muster jetzt mich und meine Reaktion bestimmt.“)
  • Ziehen Sie nun dieses Muster mit einer kleinen Handbewegung genau dort aus Ihrem Körper heraus, wo Sie es lokalisiert haben, und:
  • Vernichten Sie es! Entsorgen Sie es sofort: Zum Beispiel könnten Sie es in die Toilette werfen und runterspülen, ein Fenster öffnen und das Muster rauswerfen oder das Ganze in Papier einknüllen und in den Abfall werfen. Sie könnten auch ein schwarzes Loch im Boden erfinden, was sich nach dem Hineinkippen des Musters schnell wieder schließt … Ihrer Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Fühlen Sie dabei Ihre Entschlossenheit und genießen Sie diesen Akt der Befreiung, bis kein Fitzelchen mehr übrig ist.
  • Danach atmen Sie einmal ruhig und tief durch, fühlen dabei, wie Sie diese Körperstelle nun wahrnehmen – und stellen sich wieder der Situation. Lassen Sie sich überraschen, wie Sie das Ganze jetzt wahrnehmen und welche neuen Handlungsmöglichkeiten Ihnen nun zur Verfügung stehen.
Mit etwas Übung werden Sie die Prozedur sehr schnell und unauffällig durchführen können. Im Zweifelsfall kann man sich kurz entschuldigen, um zur Toilette zu gehen …
Natürlich wird das Muster dadurch nicht dauerhaft gelöscht. Dafür gibt es ausführlichere Imaginationsübungen, die auch die Entstehungsgeschichte in der Kindheit und die Transformation des alten Musters in eine neue Lebensqualität beinhalten.
Aber vielleicht kann Ihnen diese kurze und einfache Übung helfen, sich in einer akuten Situation von einem Reaktionsmuster zu befreien, welches Ihnen sonst Schaden zugefügt oder Kummer bereitet hätte.
Zuletzt möchte ich Ihnen für Ihren Weg Erich Kästners Worte ans Herz legen:
„Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit“
und: Es ist nie zu früh für eine neue und lebendige Gegenwart und Zukunft!

Tipps gegen Einsamkeit

Tipp 1: Einsamkeit ist kein Makel

Machen Sie sich bitte klar: Einsamkeit ist kein Makel. Einsam zu sein, bedeutet nicht, dass man nicht liebenswert ist. Es ist eher ein soziologisches Massenphänomen unserer modernen, unabhängigen, oft anonymen Gesellschaft.
Die wenigsten sind daran schuld, dass sie einsam sind. Meistens ist es einfach eine Frage der Situation und der Umstände.
Nichtsdestotrotz ist es Ihre Aufgabe, den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen, wenn Sie aus der Einsamkeit ausbrechen möchten. Egal ob Sie einen Partner suchen oder einfach Menschen, mit denen Sie etwas unternehmen können: Wenn Sie aus der Einsamkeit rauswollen, müssen Sie raus in die Welt und aktiv etwas unternehmen.

Tipp 2: Überprüfen Sie Ihre Einstellung zu anderen Menschen

Wenn wir Schwierigkeiten haben, mit anderen Menschen auf eine gute Art in Kontakt zu kommen, dann liegt das manchmal an unserer Einstellung.
Zum Beispiel denkt manch einer so etwas wie: Menschen sind alle schlecht. Alle sind nur auf ihren Vorteil aus. Jeder denkt zuerst an sich.
Wer so ein negatives Menschenbild hat, der strahlt das natürlich auch aus.
Und wer will schon mit Menschen zu tun haben, die einem im Generalverdacht schlechte Dinge unterstellen.
Falls Sie manchmal auch schlecht über andere Menschen denken, machen Sie sich also bitte klar, dass Menschen natürlich nicht immer nett sind, aber auch nicht immer böse. Menschen sind manchmal unglaublich selbstlos und hilfsbereit. Und andere sind egoistisch oder selbstverliebt. Und manchmal sind die Egoistischen auf einmal hilfsbereit und die bösen Menschen tun plötzlich etwas Gutes. Oder umgekehrt.
Was ich sagen will: Wir Menschen sind nicht so eindimensional, wie viele denken. Wir alle tragen das Gute und das Schlechte in uns. Und je nachdem, wie man uns behandelt, und je nach den Umständen kommt mal das eine und mal das andere zum Vorschein.
Machen Sie sich das bitte klar: Die meisten von uns sind gute, höfliche Menschen, die freundlich sind, wenn man sie freundlich behandelt und wenn sie nicht zu sehr unter Stress stehen.
Wenn Sie mit dieser Einstellung durch die Welt gehen, wenn Sie also ein positives Menschenbild haben, dann wird es Ihnen leichter fallen, neue Kontakte zu knüpfen.

Tipp 3: Gehen Sie dahin, wo andere Menschen sind

Wenn Sie andere Menschen kennenlernen wollen, dann müssen Sie schon dahin gehen, wo andere Menschen sind.
Muss man dazu manchmal seine Komfortzone verlassen? Ja, das muss man.
Wenn man aus der Einsamkeit herauswill, muss man seine Bequemlichkeit und Angst vor neuen Situationen überwinden und über seinen Schatten springen.
Dabei gibt es natürlich Orte und Situationen, die besser geeignet sind, andere Menschen kennenzulernen, als andere. In der Disko sind zwar viele Menschen, aber dort jemanden kennenzulernen ist schon eher für Fortgeschrittene. Wenn man in einen Verein eintritt oder einen Kurs besucht, kommt man deutlich leichter mit den Menschen in Kontakt. Auf einer Single-Reise auch. Oder bei einem Netzwerktreffen. Oder auf der Geburtstagsparty eines Bekannten.
Was fallen Ihnen für Orte und Situationen ein, wo Sie neue Menschen kennenlernen können?

Tipp 4: Feilen Sie an Ihren sozialen Fähigkeiten

Es gibt diese bewundernswerten Menschen, die können sich mit jedem über alles unterhalten. Und bis zu einem gewissen Grad können wir diese Fähigkeit alle lernen.
Was dabei enorm hilft, ist wieder ein positives und wertschätzendes Menschenbild (siehe Tipp 2).
Zusätzlich braucht man ein gewisses Maß an sozialen Fähigkeiten. Dazu gehört auch die Fähigkeit, Smalltalk zu betreiben. Denn Smalltalk erfüllt eine wichtige Funktion. Er überbrückt die Zeit, bis wir uns entschlossen haben, ob wir dem anderen so weit trauen können, dass wir ihm tiefer gehende Dinge anvertrauen möchten. Das heißt, wenn man mit Menschen tief gehende Gespräche führen möchte, ist Smalltalk oft er erste, notwendige Schritt. Wenn Sie hier ein bisschen schwach sind, kaufen Sie sich ein Buch über Smalltalk und üben Sie mit dem Buch, bis Ihnen die Kunst des leichten Gesprächs leicht von der Hand geht.
Was auch sehr hilfreich ist, ist die Fähigkeit, anderen Menschen aufmerksam zuzuhören. Und die Fähigkeit, sich in den anderen hineinzuversetzen. Beides können Sie üben.

Tipp 5: Bieten Sie Menschen Kontakt an

Oft trifft man andere Menschen, die genauso einsam sind wie man selbst. Und dann traut sich keiner, den ersten Schritt zu machen. Aus Angst vor Zurückweisung. Oder aus Angst, bedürftig zu wirken. Oder aus Angst, sich etwas zu vergeben.
Doch damit verschenken wir die Chance, neue Freunde zu gewinnen. Wenn Sie also auf neue Menschen treffen, die Sie sympathisch finden, dann machen Sie den ersten Schritt. Trauen Sie sich. Man vergibt sich nichts, wenn man sagt: Hey, ich find dich nett, lass uns mal etwas zusammen unternehmen. Normalerweise fühlen sich Menschen von so einem offenen Angebot geschmeichelt, denn jeder mag gerne gefragt werden.
Fragen Sie:
  • Hey, wollen wir zusammen ein Bier/einen Kaffee trinken gehen?
  • Ich gehe am Mittwoch ins Kino, willst du mitkommen?
  • Da ist diese Ausstellung des Künstlers XYZ, willst du die auch sehen?
  • Ich möchte gerne deine Lebensgeschichte hören … komm doch mal zum Essen.
Früher im Sandkasten haben wir gefragt: „Willst du mein Freund sein?“ Diese naive Art sollten wir uns ins Erwachsenenalter hinüberretten.
Natürlich können Sie noch ganz viele andere Dinge tun, um aus der Einsamkeit auszubrechen. Aber diese 5 Ideen sind ein guter Start.
Fangen Sie an … denn der Mensch ist ein soziales Tier. Und wahres Glück erlebt man eher gemeinsam mit anderen als alleine.

Sind Sie manchmal einsam?

Gut dran ist der, der in einer stabilen und guten Partnerschaft lebt. Denn der Mensch ist ein soziales Tier. Und wenn man dann noch eine ganze Reihe wirklicher, guter Freunde hat, dann hat man schon das meiste erreicht, was man für ein gutes und befriedigendes Leben braucht.
Ja, wirkliches Glück erleben wir im Normalfall eher gemeinsam mit anderen.
Die Realität sieht für viele von uns allerdings anders aus. Denn in unserer Gesellschaft fühlen sich immer mehr Menschen einsam.
  • Das kann die Rentnerin sein, die alleine in ihrer Wohnung wohnt.
  • Das kann der frisch getrennte Mann sein, der sich fragt, wie er dieses Jahr wohl Weihnachten verbringt.
  • Oder das kann die 35-jährige Single-Frau sein, die zwar erfolgreich im Job ist, aber über die viele Arbeit noch keinen passenden Partner gefunden hat.
  • Genauso wie ein Paar, das nur noch nebeneinanderher lebt und keine emotionale Nähe mehr spürt. Ja, man kann sogar mit Partner einsam sein.
Das Gefühl der Einsamkeit ist allgegenwärtig. Es gibt so viele Menschen, die sich mehr Kontakt, mehr Nähe und Miteinander wünschen. Und trotzdem scheinen all diese Menschen nicht so richtig zusammenzukommen.
Ja, wir leben in einer Zeit, in der es schwieriger geworden ist, mit anderen Menschen Kontakt aufzubauen und zu halten. So schwierig, dass es viele von uns nicht mehr schaffen.
Ursachen gibt es viele …
  • Der moderne Berufsalltag fordert von uns zum Beispiel Mobilität. Und jedes Mal, wenn wir an einen anderen Ort ziehen, lassen wir unsere Freunde zurück. Und Freundschaften zu erhalten ist viel einfacher, wenn die Freunde in der Nähe wohnen. An einem neuen Ort einen neuen Freundeskreis aufzubauen ist dagegen überhaupt nicht einfach. Besonders für Menschen, die sich ein bisschen schwer damit tun, neue Kontakte zu knüpfen.
  • Wir Menschen igeln uns auch immer mehr ein in unserer Wohnung. Das Stichwort heißt Cocooning. Auch dank des Internets können wir heute immer mehr Dinge von zuhause aus erledigen. Bald müssen wir bestimmt gar nicht mehr aus dem Haus. Und da lernt man dann natürlich auch keine Menschen mehr kennen. Außer vielleicht über das Internet. Aber auch hier muss man dann die Hürde überwinden und den Kontakt aufs Telefon und auf persönliche Treffen ausweiten. Denn der virtuelle Kontakt kann persönliche Nähe natürlich nicht ersetzen.
  • Meiner Vermutung nach spielt auch das Fernsehen eine Rolle. Für viele Menschen ist das Fernsehen zum Ersatz für sozialen Kontakt geworden. Man schaltet den Fernseher ein und wird mehr oder weniger gut unterhalten. Und es ist ein bisschen so, als wäre man nicht alleine. Aber auch der neueste und beste HD-Plasma-Fernseher ist natürlich kein Ersatz für menschlichen Kontakt und Nähe.
Als Schüler oder Student ist es wesentlich leichter, neue Menschen kennenzulernen, Freunde zu gewinnen oder mögliche Liebespartner zu finden. In dieser Zeit sind die meisten von uns offener, kontaktfreudiger und unbefangener. Und im Klassenverband oder im Seminarraum kommen wir viel eher mit den Menschen in Kontakt. Dazu kommt, dass wir als Schüler und Student mehr Zeit hatten, in denen wir uns mit anderen treffen konnten. Und so haben wir oft die Freunde, die Schwester, den Bruder unserer Freunde kennengelernt. Und flups, sind wir auf die Liebe unseres Lebens gestoßen oder haben Menschen entdeckt, mit denen wir auf einer Wellenlänge schwimmen.
Später, wenn man erst einmal mitten im Beruf steht und in den Routinen des Alltags drinsteckt, treffen die meisten von uns immer auf die gleichen Menschen. Und wenn man dann nicht bereits einen festen Freundeskreis und/oder eine Partnerschaft hat, dann wird die Wahrscheinlichkeit geringer, neue Freunde zu finden oder auf den oder die Richtige zu stoßen.
Viele einsame Menschen glauben, es läge an ihnen, dass sie so wenig Freunde haben oder keinen Liebespartner finden.

Sie fragen sich:
  • Stimmt etwas nicht mit mir?
  • Bin ich unsympathisch?
  • Oder bin ich einfach nicht liebenswert?

In den meisten Fällen liegt es aber nicht an Ihnen, wenn Sie einsam sind. Es liegt oft eher an unseren Lebensumständen und an den oben beschriebenen Gründen (Anonymität unserer Gesellschaft, Berufsalltag, Einigelung, Fernsehen).
Machen Sie sich bitte klar: Da draußen gibt es ganz, ganz, ganz viele Menschen, die auch einsam sind und die sich Kontakt und Miteinander wünschen.
Wenn Sie einsam sind, dann sind Sie trotzdem nicht alleine, weil es ganz viele andere Menschen mit dem gleichen Problem gibt.
Aber … es ist zum Glück nicht unmöglich, neue Menschen kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Man muss sich vielleicht nur ein bisschen mehr anstrengen als früher.

Im nächsten Artikel finden Sie Tipps gegen Einsamkeit.

Gefangen in der eigenen Identität

Alle von uns haben zu bestimmten Zeiten irgendetwas, unter dem man manchmal leidet; etwas, was einem das Leben öfter schwer macht; etwas, was man sich anders wünschen würde.
Und wenn man dann irgendwann herausfindet, dass man nicht der Einzige ist, der dieses spezielle Problem hat, dann kann das sehr wohltuend und erleichternd sein. Denn wenn andere die gleiche Geschichte am Laufen haben, dann fühlt man sich nicht mehr ganz so verkehrt oder falsch. Und geteiltes Leid ist halbes Leid. Doch zuerst muss man herausfinden, wobei es sich dabei konkret handelt.
Deswegen ist es so hilfreich, einen Namen für Unstimmigkeiten oder Probleme zu finden, weil es oft der Anfang der Heilung oder eines gesünderen Umgehens mit den eigenen Einschränkungen ist.
Es gibt hier aber auch eine große Gefahr. Diese Gefahr besteht darin, sich selbst zu sehr mit seinem Problem zu identifizieren und sich als Mensch komplett über das Problem zu definieren.
Wenn ich anfange, so zu denken, dann wird das Etikett der Krankheit oder der Problembezeichnung zu einem festen Teil des eigenen Selbstbildes. Und das ist sehr hinderlich für mein weiteres persönliches Wachstum.
Denn Selbstzuschreibungen, die ins eigene Selbstbild gewandert sind, sind nur noch sehr schwer zu ändern. Weil wir nicht mehr daran glauben, dass wir sie ändern können. Wir denken, dass wir so SIND. Und was wir SIND, kann man eben nicht ändern.
Wenn ich fest daran glaube, dass ich eben tief in meiner Seele ein „unpünktlicher Mensch“ bin, dann werde ich nicht versuchen, daran etwas zu ändern, selbst wenn ich deswegen ständig Schwierigkeiten bekomme. Ich kann es ja nicht ändern, denn ich BIN schließlich so.
Womit ich nicht sagen will, dass man alles ändern kann. Das kann man nicht.
Aber erstaunlich oft ist bei der Lösung eines Problems der Engpass in unserem Kopf und nicht in der Realität. Und wenn wir nicht daran glauben, dass wir etwas zum Besseren ändern können, dann werden wir es gar nicht erst versuchen. Deswegen ist es so wichtig, vorsichtig mit diesen einschränkenden Selbstzuschreibungen zu sein. Und es ist wichtig, sich nie, nie, nie über die eigenen Probleme zu identifizieren und diese nie zu sehr zum Zentrum des eigenen Lebens zu machen, auch wenn es schwerfällt.
Denken Sie lieber anders über Ihre Herausforderungen nach:
  • Ja, Sie haben dieses Problem vielleicht im Augenblick, aber Sie sind nicht dieses Problem, Sie sind noch viel mehr.
  • Sie haben vielleicht im Augenblick diese Einschränkung oder dieses Problem (aber sie haben es nicht zwingend für immer)
  • Sie haben vielleicht Trainings- oder Wachstumsbedarf in einem Bereich.
  • Sie haben vielleicht NOCH nicht gelernt, wie man mit bestimmten Situationen vernünftig umgeht, aber Sie können es lernen.
Statt zum Beispiel zu sagen „Ich bin Sozial-Phobiker“ sagen Sie lieber: „Ich habe im Augenblick noch ein paar ungünstige Muster in meinem Denken und Verhalten, aber das kann ich mit Training in den Griff bekommen.“
Ja, jeder von uns hat seine Probleme und Schwierigkeiten. Man könnte auch sagen, jeder hat seinen ganz persönlichen Wachstumspfad. Wenn Sie Ihre Herausforderungen als Weg vor Ihnen begreifen, dann ist es wesentlich einfacher, mit den Herausforderungen umzugehen. Und die Gefahr ist dann auch geringer, sich mit den eigenen Problemen zu sehr zu identifizieren und diese damit zu zementieren und dadurch stecken zu bleiben.

Gerne helfe ich Ihnen bei der Problemfindung. Gemeinsam finden wir einen Weg, damit es Ihnen wieder besser geht!